5 erste Schritte auf dem Weg zu HR Analytics


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In den letzten Monaten ist das Thema People Analytics in der HR-Community sehr präsent. Kaum eine Woche vergeht in der nicht ein Blogpost veröffentlicht wird oder ein Softwareanbieter ein neues Tool auf den Markt bringt. Trotzdem habe ich den Eindruck, das in den deutschen Personalabteilungen noch einige Vorbehalte und sogar Unsicherheit bestehen: Welche Vorteile bringt mir ein People Analytics Projekt? Was darf ich unter Berücksichtigung des Datenschutzes tatsächlich umsetzten? Kann ich diesen Ansatz vielleicht erst einmal in Form eines kleinen “Piloten” testen?Aus unseren Projekterfahrungen kann ich Unternehmen nur empfehlen, sich zeitnah “auf die Reise” zu machen und erste Erfahrungen in einem überschaubaren Teilbereich zu sammeln.

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Unseren Kunden empfehlen wir dabei die folgenden fünf Schritte auf dem Weg hin zu HR Analytics:

Beginne die Reise mit einem realen Businessproblem
Diese erste Regel erscheint logisch, wird aber unserer Erfahrung nach nicht immer berücksichtigt. Durch die konkrete Fokussierung auf Herausforderungen im täglichen Geschäftsablauf, erreichen Pilotprojekte umgehend einen höheren Wertbeitrag und die Aufmerksamkeit des Managements. Welche Ansatzpunkte lassen sich kurzfristig identifizieren und dann im Rahmen eines Pilotprojektes kurzfristig analysieren? Erscheint Ihnen die Kündigungsrate von Mitarbeitern in einem Geschäftbereich als zu hoch? Sind sie mit der Anzahl von Bewerbungen aus bestimmten Jobbörsen unzufrieden? Arbeiten Sie vor allem an der Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen und dadurch Bereiche zu identifizieren, die den größtmöglichen Einfluß auf den Geschäftserfolg haben.

Konzentriere Dich auf die Quick-Wins
Beim Sammeln der ersten Erfahrungen empfehlen wir immer, keine allzu ambitionierten Ziele zu setzten. Fangen Sie klein an und konzentrieren Sie sich auf schnell erreichbare “Quick-Wins”. Dies bedeutet nicht zwangsläufig nur geringe Ergebnisse oder nur einen kleine Einfluss auf das Geschäftsergebnis. Auch kleine Pilotprojekte können kurzfristig einen Unterschied machen und gleichzeitig positive, langfristige Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben. Haben Sie vielleicht kurzfristig einen von ihnen genutzte Recruitingkanal identifiziert, der keine qualifizierten Bewerbungen generiert? Können Sie dadurch Budget einsparen oder die Ausgaben anderweitig und besser verwenden? Sehen Sie – Quick-Win!

Stimme Dich eng mit dem Finanzbereich und der IT ab
Auch wenn es für viele HR-Abteilungen ungewohnt sein mag, ist die enge Abstimmung mit den Bereichen IT und Finanzen notwendig. Deren Erfahrungen in der Bereitstellung, Aufbereitung und Analyse von Daten sind auch für HR wertvoll. Kombiniert man vorhandene Datenbestände aus HR mit denen der anderen Unternehmensbereiche, ergeben sich umgehend Chancen für tiefergehende Einblicke in unternehmensrelevante Zusammenhänge. Haben Sie sich vielleicht schon einmal gefragt, ob unbesetzte Stellen tatsächlich eine Auswirkung auf die Umsatzentwicklung des Unternehmens hat? Um das näher zu betrachten, benötigen Sie den Input aus anderen Abteilungen!   

Versuche nicht sofort perfekt zu sein
Sehr oft erleben wir in unseren Beratungsprojekten, dass Unternehmen gerade zu Beginn einen deutlich zu hohen Anspruch an sich selbst haben. Auch wenn in großen Unternehmen ein natürliches Misstrauen gegenüber der Qualität der vorhanden Daten angebracht sein kann, lassen sich nicht alle potentiellen Fehlerquellen kurzfristig ausschließen. Gemäß dem bekannten Motto der Start-Ups “Done is better than perfect”, bietet es sich meiner Meinung nach an, zunächst einmal mit vorhanden Daten zu “experimentieren” um Routine zu erwerben und sich dann mit der Zeit an komplexere Problemstellungen heranzuarbeiten. Sie wollen z.B. die Performance Ihrer Karriereseite analysieren, haben allerdings keinen Zugriff auf Google Analytics? Warten Sie nicht auf die zukünftige Implementierung, nutzen Sie stattdessen Hilfsmittel wie z.B. URL Shortener (Bit.ly oder Ow.ly) um Klicks und Engagement zu messen und starten Sie heute mit den ersten Auswertungen!

Erzähle eine gute Geschichte
In der letzten Zeit wird in den Medien sehr häufig vom Storytelling gesprochen. Auch wenn dieser Begriff sehr häufig im Zusammenhang mit Marketingaktivitäten genutzt wird, geht es natürlich auch bei HR Analytics darum, eine gute Geschichte zu erzählen. Die Fähigkeit, verschiedene Daten zu interpretieren und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten, um den Geschäftsverlauf des Unternehmens positiv zu beeinflussen, ist beinahe genauso wichtig wie die Analyse der Daten. Nutzen Sie die Chance, Vorgesetzten und anderen Abteilungen im Unternehmen die Ergebnisse ihrer Analysen interessant aufzubereiten und dann live zu präsentieren, anstatt  kommentarlos Excel-Tabellen per E-Mail zu versenden. Der alte Spruch: “ein Bild sagt mehr als tausend Worte” gilt natürlich auch für HR Analytics, denn die intelligente Visualisierung der Ergebnisse entscheidet maßgeblich über das Verständnis der Entscheidungsträger und den Erfolg Ihrer Initiative!

Mein persönlicher, abschließender Rat für alle interessierten HR-Abteilungen:
Lassen Sie sich nicht entmutigen oder durch kleine Misserfolge vom Weg abbringen. HR Analytics  wird deutsche Unternehmen noch viele Jahre begleiten und dabei in der Zukunft auf jeden Fall weiter an Wichtigkeit zunehmen. Starten Sie heute mit kleinen Schritten und lernen Sie kontinuierlich dazu!

Sollten Sie sich einmal ganz unverbindlich zu dem Thema HR Analytics austauschen wollen, nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf.
Tim Oliver Pröhm

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